(ks) Auf diese kniffelige Frage des Sultans Saladin von Jerusalem muss Nathan der Weise, ein reicher jüdischer Kaufmann, eine Antwort finden. Und er wäre nicht der „Weise“, hätte er diese nicht parat! Und so erzählt er dem Sultan ein Märchen, die sogenannte „Ringparabel“.

Lessings Aufklärungsdrama aus dem Jahr 1779, das sich mit dem Spannungsfeld der drei großen monotheistischen Weltreligionen beschäftigt, ist ein Plädoyer für religiöse Toleranz und hat, obwohl es bereits einige Jährchen auf dem Buckel hat, nichts an Aktualität verloren.

Und so wurde dieser Klassiker der Welt- und Theaterliteratur am Freitag vor den Pfingstferien von der „Neuen Werkbühne München“ in der Turnhalle der Realschule vor den Schülern der 8., 9. und 10. Klassen aufgeführt. Die Schüler bekamen dadurch die Gelegenheit, ein Theaterstück aus nächster Nähe zu erleben. Durch das Verweben historischer und moderner Elemente sowie einer beeindruckenden Musikauswahl gelang es den Schauspielern, das junge Publikum in ihren Bann zu ziehen und es auf eine Reise durch die Zeit mitzunehmen.

Am Ende kann es nur eine Antwort auf diese Frage geben: Es geht nicht um Sieger oder Verlierer. Das Entscheidende sind Menschlichkeit, Akzeptanz und Toleranz.