(ka) Freitag der 13., Sturmböen, eisige Kälte und teilweise Schneegestöber … All das konnte 27 Schülerinnen und Schüler der beiden 8. Klassen nicht daran hindern, mit bester Laune am späten Nachmittag in das „Junge Theater“ nach Regensburg zu fahren, um Lessings Ringparabel zu sehen.

Nach einem kurzen Spaziergang durch die schöne, aber kalte Altstadt ging es dann auch schon los. Sozusagen hautnah und mittendrin starteten drei junge, lässige Schauspieler die Stückentwicklung zu „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing. Das Bühnenbild: Alles in Schwarz, nur ein Ring aus gestapelten Büchern und auch sonst wenig Requisiten. Das ist aber auch nicht nötig, denn die drei energiegeladenen Schauspieler ziehen alle sofort in ihren Bann. „I´m not afraid of what you do in the name of god“ aus einem Song von Holly Near dient als Titel und Leitfaden. Ausgehend von Lessings Ringparabel versammelt das Stück in einer Mischung aus Originaltext, Zitaten, selbstgeschriebenen Beiträgen und Liedern unterschiedliche Haltungen zum Thema Glauben. Im Gleichnis der drei Ringe, die ein liebender Vater seinen drei Söhnen hinterlässt, ruft Lessing zur Toleranz unter den Religionen Judentum, Christentum und Islam auf. Angesichts von Bürgerkriegen, Fremdenfeindlichkeit und Terrorismus ist dieses Thema leider nach wie vor topaktuell. Im „Jungen Theater“ bleibt es dann aber nicht bei einer trockenen, vielleicht gar langweiligen Interpretation von Lessings Drama. Was auf der Bühne in unmittelbarer Nähe geschieht, ist spannend, zeitweise erschreckend und sogar befremdend. Es berührt, lässt einen nachdenken.

Am Ende der Vorstellung werden alle Schülerinnen und Schüler noch von den Schauspielern eingeladen und können direkt Fragen stellen, beziehungsweise Antworten auf deren Fragen geben. Somit schließt sich ein weiterer „Ring“, da die Schauspieler, ihre Intentionen und ihre Rollen in den Vordergrund treten.

Mit neuen Eindrücken und dem Bewusstsein, dass Bildung grundsätzlich wichtig ist, treten wir unsere Heimreise nach Mainburg an. Alle sind sich einig: Es war eine ausgezeichnete Inszenierung und wir fahren bald wieder ins Theater!